Balancieren zur Fussgesundheit

Nicole Spirig ist Podologin HF und Yogalehrerin YCH/EYU. «Gehts den Füssen gut, freuen sich Körper und Seele».
07 Sep 2018

Nicole Spirig, Podologin HF und Yogalehrerin YCH/EYU weiss, wie wohltuend Bewegung ist (Bild oben)

Bewegen Sie Ihre Füsse

Was braucht es, damit zwei Füsse, zehn Zehen, ca. 52 Gelenke und nochmals ca. 48 Muskeln lange gesund und beweglich bleiben? Ganz einfach: Brauchen Sie sie. Aber richtig.

Wie das geht, erlebte mein Podologie-Team am Freitag um 8 Uhr in der Früh. Natascha, Sarah, Anja und Alica trafen sich bei mir im Yogaraum zu einer nicht gerade üblichen Weiterbildung. Denn die Frauen kamen in Turnhosen, barfuss und sie mussten schwitzen.

FussYoga_lockern

Füsse bewegen, wippen, ‹zechelen›, dehnen, vorbeugen und so weiter … (Bild oben)

In den drei Jahren, in denen ich nun Yogalektionen anbiete, konnte ich mein Wissen unter anderem in Sachen «Fuss gesund und beweglich erhalten», erweitern und vertiefen.

So vermittelte ich meinen Mitarbeiterinnen in einer Hatha Yoga-Lektion mit Schwerpunkt Fuss, was es heisst, seine Füsse zu benutzen. Nach der Lektion standen wir alle anders auf unseren vielleicht doch am meisten vernachlässigten Körperteilen, auf unseren Füssen.

Die Lektion begann mit einer Fussmassage. Wir kneteten die Fusssohlen, klopften sie. Das fördert die Durchblutung und lockert das Gewebe.

Danach lernten wir zuerst den korrekten und richtigen Stand. Lernten, die Positionen der Längsgewölbe bewusst zu halten, fächerten unsere Zehen auseinander, und belasteten die wichtigsten vier Punkte gezielt am Boden. Wussten Sie, wenn Sie korrekt auf beiden Füssen stehen, müssen Sie kaum Kraft aufwenden und können gar, ohne sich bewegen zu müssen, sicher eine Stunde stillstehen?

FussYoga_Dehnen

Füsse dehnen, Zehen stärken.  (Bild oben)

Dann aber ging es los mit den Fussmuskelübungen. Wir balancierten auf unseren Zehen, hoben alle Zehen ab und steuerten zuerst den Grosszeh zum Boden zurück, dann die andern. So ging es weiter und weiter.

Wir hoben die Fersen vom Boden, «zechelten» auf unseren Vorfüssen und mussten uns dann langsam in eine Vorbeuge begeben. Und wenn die Teilnehmenden dachten, dies wäre nun Anstrengung genug, so täuschten sie sich, denn die Krönung war der Einbein-Stand, die so genannte Baumstellung, auf Klötzen.

FussYoga_Texter

Ganz schön grazil die Podologinnen am Ende der Weiterbildung. Ganz links schlich sich unser Texter aufs Bild (oben). 

Selbst gegen Ende der Yogalektion, als es bald zum entspannten Liegen kam, gab es für die Fussmuskeln noch keine Erholung. Wir balancierten den «Klotz» auf unserer Fusssohle, gehalten von Übungsbänder. So konnten wir das Bein in eine gute Verlängerung bringen. Den Fuss in perfekter Haltung, dehnten wir gezielt und behutsam unsere Körperrückseite.

Am Ende der Lektion waren wir uns einig. Unser Beruf befasst sich mit einem spannenden und hoch komplexen Körperteil. Einmal mehr wurde uns bewusst, wie wichtig es ist, die Füsse bewusst zu benutzen. Die Muskeln wollen gekräftigt und gestärkt sowie gedehnt werden. Nur so bleiben die Fussgewölbe gesund und die Gelenke behalten ihre Beweglichkeit. Und noch in einem Punkt waren wir uns einig: Auf gesunden und beweglichen Füssen bis ins hohe Alter stehen und gehen zu können, macht Spass. NS

 

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